Der grosse Polarisierer geht von Bord! - Nach der verlorenen
Landtagswahl in NRW, der Euro-Krise und den geplanten Einsparungen im
Bundeshaushalt muss dem hessischen Ministerpräsidenten und
stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Roland Koch irgendwann gedämmert
haben, dass er mit seiner Art Politik zu machen,
Bundeskanzlerin Angela Merkel niemals überholen und politisch beerben wird und daher auch nicht mehr Bundeskanzler werden kann.
Roland Koch ist ein Politiker mit herausragender analytischer
Begabung, der Fähigkeit der Zuspitzung von Themen sowie einigem
rhetorischen Talent, welches er jedoch nicht immer seiner Begabung
entsprechend politisch eingesetzt - sozusagen in
politische Münze
verwandelt hat. Seine Art, Dinge zuzuspitzen und zu polarisieren, haben
ihm zwar Erfolge bei hessischen Landtagswahlen beschert, aber seinem
unbestrittenen Talent im Grunde genommen immer im Wege gestanden. So
wurde Koch zu einem stets
umstrittenen Politiker mit einem Hang zu unpopulären Entscheidungen.
Koch hatte schon längst keine Lösungen für die drängenden Probleme
der Zeit, aber mit seinen neuerlichen Sparvorschlägen hat der
marktradiale Denker sich - auch bei seinen Parteifreunden im eigenen
Lager - endgültig ins Aus geredet. Koch machte mal wieder mit
unpopulären Sparvorschlägen
von sich Reden, denn er wollte ausgerechnet bei der Bildung und
Erziehung sparen, die Verursacher der Finanzkrise bei der Sanierung des
Bundeshaushaltes aber nicht zur Kasse bitten. Wer wie Hessens
Ministerpräsident Koch die Finanzindustrie schont, aber bei Schule und
Bildung sparen will, treibt eine
verantwortungslose Politik. Das dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht unwesentlich anders gesehen haben!
Es stellt sich im Zusammenhang mit Kochs überrraschenden und
plötzlichen Rücktritt die Frage, ob er selbst darauf gekommen ist, dass
es nicht mehr für
höhere politische Weihen
reicht, denn seine neoliberalen Vorstellungen von Politik wirken in
Zeiten der Krise einfach nicht mehr zeitgemäß. Weil eine Mehrheit bei
Wahlen im bürgerlichen Lager weder mit neoliberaler Wirtschaftspolitik -
welche die Gesellschaft immer tiefer spaltet, noch durch thematische
Polarisierung erreicht werden kann - kann auch ein Politiker vom Schlage
Roland Kochs wahrlich
kein Kanzler mehr werden.
In diesen schwierigen Zeiten wirken Polariserer nur noch abgehoben und weltfremd. Roland Kochs
neoliberale Vorstellungen von Politik
und seine Rezepte sind in dieser Zeit der Krise auch nicht mehr
durchsetzungsfähig. - So gesehen ist Roland Kochs überraschender Rückzug
aus der Politik - begründet auf kluger tieferer Einsicht - nur logisch
und konsequent, denn ein Politiker begleitet ein Amt immer nur auf Zeit -
und wer nicht mehr
auf der Höhe der Zeit ist, sollte besser gehen und noch mal einen neuen Lebensabschnitt beginnen.
"Politik ist nicht mein Leben."
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