Mittwoch, 26. April 2017

Deutschland lebt in einer Exportblase

Donald Trump ist ein wirtschaftlicher Protektionist, der die eigene Wirtschaft schützen will und mit Freihandel wenig am Hut hat. Doch dem Merkantilisten Trump fehlt der nötige wirtschaftliche Sachverstand und das Denken in globalen Zusammenhängen. Globale Zusammenhänge der modernen, globalisierten Weltwirtschaft versteht er nicht und sieht sie maximal durch eine spätmerkantilistische Sicht.

Aber gerade der Protektionismus ist womöglich der falsche Weg zur Behebung der wirtschafltichen Probleme Amerikas. Wenn es zu Strafzöllen durch die US-Regierung kommt, dann hat sich der ganze Euro-Abwertungswahnsinn für die deutsche Exportwirtschaft, den die Kanzlerin in aller Stille duldet und fördert, nicht rentiert - und Merkel hätte damit nur einfach das Land und die EU ruiniert.

Denn die ärmeren EU-Länder verschulden sich immer weiter, und für die Exportnation Deutschland wäre dann eine starke Währung nach innen oder ein starker Euro hundertmal besser als der Versuch, die Löhne mit einer Weichwährung zu untergraben, was eine Verarmung breiter Bevölkerungsschichten mit sich gebracht hat und dem Export nur kurzfristig einen Vorteil verschafft hätte.

Bereits vor der verfehlten Agenda-Politik gab es bereits einen Handelsüberschuss. Nun sind die Exporte bis zum Exzess gesteigert und bedrohen das Gleichgewicht der Weltwirtschaft. Die USA, der IWF und die EU kritisieren den exotischen Sonderweg scharf. Es drohen Schutzzölle.

Der Ausbau des Niedriglohnsektors, die Rentenkürzungen sowie die Kürzungen des Arbeitslosengeld haben zur Unterdrückung der Binnennachfrage geführt. Zugleich hat das Sozial- und Lohndumping ein Wuchern der Exporte ermöglicht. Deutschland pflückt die Früchte des Wachstums fast ausschließlich in den Gärten der Nachbarn.

Die deutsche Wirtschaft wächst durch seine Exporte und lebt in einer gefährlichen Exportblase, die jederzeit implodieren kann.

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