Montag, 14. März 2016

Papst Franziskus gibt Rätsel auf


Für viele Katholiken bleibt Papst Franziskus auch drei Jahre nach der Wahl ein Rätsel. Er fährt mit dem Kleinwagen, trägt selbst seine Aktentasche - erlaubt Journalisten alle Fragen, ist Diplomat und unbequemer Mahner. Und er hat es eilig.

Warum gibt er Rätsel auf? - Er ist authentisch und ragt damit über Menschen in vergleichbaren Positionen z.B. Präsidenten etc. Diese Glaubwürdigkeit schafft Vertrauen. Und das ist wirklich selten und wirkt deswegen rätselhaft.

Franzikus ist eine Führungskraft, die mit leuchtendem Beispiel vorangeht und sich demütig in Bescheidenheit übt - und gerade durch ihr Vorbild höchste Achtung und Bewunderung erfährt: Wenn alle auf Protz und Prunk und das Anhäufen von Millionen oder gar Milliarden verzichten würden (die ja auch noch Rendite "abwerfen" sollen), wären viele Mittel frei, mit denen man denen helfen könnte, die wirklich im Elend stecken.

Der Papst setzt auf die Eigenverantwortung des mündigen Christenmenschen. Einigen Katholiken ist das zu wenig, sie wollen konkrete Reformen, keine Rätsel. Denen es "zu wenig" ist, ist es offensichtlich zu anstrengend sich mit der Heiligen Schrift selber auseinanderzusetzen. Da zeigt sich in welche Abhängigkeit und Unselbständigkeit die Konsumgesellschaft Menschen bringen kann.

Der Papst hebt sich durch sein Reden und sein Tun wohlwollend von vielen seiner Vorgänger ab. Hätten mehr der längst verstorbenen Päpste über ein ähnliches Charisma verfügt und einen vergleichbaren Umgang mit der Lehre des Glaubens gepflegt, wäre vielen Menschen sehr viel Elend erspart geblieben.

Was seine Vorgänger in Jahrhunderten nicht geschafft haben, schuf er in drei Jahren. Neu an ihm ist, dass er die Menschen nicht nur auf ihr Gewissen verweist, ihnen gleichzeitig aber vorgibt, wie dieses Gewissen nach kirchlichen Vorstellungen auszusehen hat, sondern ihnen Gewissensentscheidungen selbst überlässt.

Das ist für den, der die Bibel ernst nimmt, nicht immer leicht; es war immer so schön einfach, bekam man alles mundgerecht serviert mit der Garantie, wenn man alles so macht, wie es einem vorgesetzt wurde, kommt man automatisch in den Himmel. Und dann kommt so einer daher, der einem das Denken nicht ersparen will. Ein sehr unangenehmer Zeitgenosse, dieser Papst.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen